Auf mittelalterlichen Burgen waren viele Handwerksbetriebe in der sogenannten Vorburg angesiedelt. Die Vorburg war ein Wirtschaftsbereich, welcher die Burgbesatzung mit allem zu versorgen hatten, was benötigt wurde. Die Handwerker stellten dort aber auch Produkte für den Verkauf her. So sicherten sie die wirtschaftliche Autonomie und Lebensfähigkeit der Burg.
Daher lag es nahe, auf der ehemaligen Kemptener Stadtburg, der jetzigen Burghalde, eine museumspädagogische Einrichtung zu schaffen, die historische Handwerks- und Kulturtechniken weitervermitteln will.
Sie stellt eine ideale Ergänzung zum benachbarten Allgäuer Burgenmuseum dar. Dort bieten Originalobjekte und hochwertige Nachbildungen von Gebrauchsgegenständen des Alltags einen faszinierenden Blick ins Alltagsleben einer mittelalterlichen Allgäuer Burg. Im Haus für historisches Handwerk kann ihre Herstellungsweise nachvollzogen werden.
Das Gebäude:
Im Großen Werkraum (45 m²) findet ein Großteil des Winterangebots statt. Er ist mit vielseitig einsetzbaren Werkbänken ausgestattet.
Der 25 m² große Gruppenraum mit einer Sitzecke eignet sich für Handwerke und Techniken, die ohne intensiven Werkzeugeinsatz auskommen. Er dient gleichzeitig als Küche.
Im Übergangsbereich zwischen den beiden Räumen befinden sich der Kachelofen und eine offene Feuerstelle zum Kochen, die beide für eine angenehme Atmosphäre sorgen.
Neben Material- und Werkzeuglagern im Haus stehen auch moderne Maschinen zur Kursvorbereitung zur Verfügung.
Das Freigelände (kann von Mitte April bis Ende Oktober genutzt werden):
Mit Zeltplanen geschützte Arbeitsbereiche beim Gebäude erlauben witterungsunabhängiges Arbeiten. Sie ermöglichen auch die Angebote, die nicht im Innenraum durchgeführt werden können - wie etwa Schmieden und Bronzegießen.
Bei geeigneter Witterung kann ein mobiler Bogenschießstand genutzt werden.
Stand: August 2009
Copyright Haus für historisches Handwerk Kempten